Angesichts
aufwändiger und fehlerhafter manueller Prozesse im Lager
des Werks Fallingbostel hat Kraft Foods International die WebSAPConsole
implementiert, um mobile Computer der neuen Serie Intermec 750
Color mit integriertem RF-Barcodescanner an das SAP R/3-System
anzubinden. Die Ergebnisse waren höhere Produktivität,
weniger Fehler, weniger Verwaltungsaufwand und weniger von Hand
auszuführende Tätigkeiten. Das SAP RampUP-Programm,
an dem Intermec beteiligt war, trug zu einer schnelleren Implementierung
bei.

Kraft Foods
International Inc. mit Sitz in den Vereinigten Staaten ist der
größte Nahrungs- und Genussmittelhersteller der USA
und der zweitgrößte der Welt. Kraft Foods vermarktet
in mehr als 150 Ländern weltweit führende Nahrungsmittelmarken,
z. B. Kraft-Käse, die Kaffeesorten Jacobs und Maxwell House,
Nabisco-Gebäck und Cracker, Philadelphia-Frischkäse,
Oscar Mayer-Fleisch, Post-Cerealien und Milka-Schokolade.
Die weltweite
Spitzenposition in der Nahrungs- und Genussmittelbranche kann
nur durch einen konstanten Strom von Innovationen aufrecht erhalten
werden, die auch das kleinste Detail berücksichtigen. Kraft
Foods International bildet hier keine Ausnahme. Damit das Unternehmen
auch weiterhin die Herausforderungen annehmen kann, die der durch
starken Wettbewerb geprägte Nahrungsmittelmarkt und die EU-Auflagen
(EU178/2002) bezüglich der Rückverfolgbarkeit von Nahrungsmitteln
mit sich bringt, entschied sich Kraft für die Implementierung
der Anwendung WebSAPConsole von SAP.
Harald Ahlden,
Projektleiter bei Kraft Foods International, erklärte: „Bis
August 2003 erhielten unsere Mitarbeiter die Lieferscheine von
den Fahrern, die die Paletten anlieferten. Sie notierten einige
Daten und übergaben die Formulare einer anderen Abteilung,
in der die Daten in einem System erfasst wurden und das zog einen
großen Verwaltungsaufwand nach sich. Da die Datenerfassung
nicht in Echtzeit erfolgte, waren Fehler an der Tagesordnung.“
Harald Ahlden
wurde mit der Leitung der SAP-Pilotimplementierung beauftragt
– dieses Projekt sollte die Lagerverwaltung des Lebensmittelwerks
im niedersächsischen Fallingbostel rationalisieren.
WebSAPConsole
ermöglichte Kraft, die grafischen Handheld-Geräte der
Serie Color 750 von Intermec an das SAP R/3-System des Unternehmens
anzubinden und auf diese Weise Lagerverwaltungsprozesse in Fallingbostel,
dem größten europäischen Lebensmittelwerk, zu
unterstützen.
Das System
setzt Barcodes zur Identifizierung und mobile drahtlose Datenerfassungsgeräte
für ein effizientes und nahezu fehlerfreies Datenmanagement
in Echtzeit ein. Somit ist Kraft in der Lage, das gesamte Paletten-basierte
Material ohne größeren Aufwand zu verfolgen.
Die enge Zusammenarbeit
von Intermec und SAP hat den Erfolg des neuen Systems gewährleistet.
Mitte August, nach weniger als 60 Arbeitstagen, aktivierte das
Team die Pilotanwendung. Kraft hat sich außerdem an einem
SAP RampUP-Programm beteiligt, in dessen Rahmen Pilotanwender
wie Kraft intensivere technische Unterstützung erhalten,
als normalerweise bei herkömmlichen Anwendungen erforderlich
ist. Dem Implementierungsteam für das Projekt in Fallingbostel
gehörten Experten von Kraft Foods, SAP AG, SAP Labs in Israel
und Intermec an. Joachim Praceus von der IT-Firma Praceus and
Jaeger leistete ebenfalls technische Unterstützung. „Die
außergewöhnlich gute Teamarbeit war eines der herausragendsten
Merkmale diese Projekts“, erklärte Joachim Praceus.
Kraft ist
bereits mit der RF-Scantechnologie vertraut. „In anderen
Bereichen des Unternehmens haben wir schon zeichenbasierte Monochrom-Displays
eingesetzt“, sagte Harald Ahlen. „Wir haben nun zum
ersten Mal Handhelds der Serie 750 Color mit integriertem RF-Scanner
von Intermec mit an das Netzwerk und an SAP R/3 angeschlossen.
Damit gehörten wir weltweit zu den ersten Unternehmen, die
sich zu diesem Schritt entschlossen hatten.“ Mit dem 750
Color kann im Lagermanagement sowohl die Effizienz als auch die
Produktivität entscheidend verbessert werden.
Intermec entwickelte
einen speziellen Browser, den IBrowse, mit dessen Hilfe Barcode-Daten
auf einfache Weise formuliert und interpretiert werden können
Intermec und SAP haben diese Lösung speziell auf die Anforderungen
von Kraft zugeschnitten. Intermec hat bestimmte IBrowse-Funktionstasten
angepasst, während SAP WebSAPConsole so geändert hat,
dass die Tastencodes erkannt und an die Lagerwaltungslösung
SAP R/3 weitergegeben werden.
Den Mitarbeitern
des Lagers Fallingbostel steht nun ein äußerst komfortables
und ergonomisches Tool zur Verfügung. Der Handheld-Computer
und die Intermec Drucker 601XP ermöglichen es, standardisierte
Palettenetiketten für Kraft Foods zu erstellen.. Diese Etiketten
basieren auf dem Seriencode SSCC (Serial Shipment Container Code),
einem Standardcode im Bereich der Logistik.
Die Lagerabläufe
von Kraft sind nun so einfach wie möglich, und die Lagermitarbeiter
können die Daten für das Barcodeetikett mit den Handheld-Geräten
der Serie Color 750 erfassen. Nachdem die SAP R/3-Datenbank mit
diesen Informationen aktualisiert wurde, generiert das System
eine einmalige SSCC-Seriennummer. Das Palettenetikett wird danach
gedruckt und von Hand an der Palette angebracht. Danach scannt
ein Mitarbeiter den Barcode des Etiketts, und der Warenempfangschein
wird auf das SAP-System übertragen.
Zum Buchen
von Warenausgängen oder -bewegungen muss lediglich das Palettenetikett
gescannt werden. Die Mitarbeiter können nun in Echtzeit auf
Informationen wie z.B. die Bestandsmenge zugreifen. Sie müssen
nur einen Barcode scannen und die Informationen werden umgehend
auf dem Intermec-Gerät angezeigt.
Auch die Sicherheit
ist sehr wichtig bei Kraft Foods. Das Entwicklungsteam hat auf
den Firmenrichtlinien basierende Maßnahmen verordnet, die
den Zugang ohne ausreichende Genehmigung nahezu ausschließen.
Kraft implementiert
derzeit ein zentrales SAP R/3-System, das mySAP ERP und Lagerverwaltungsfunktionen
mit dem WebSAPConsole-System für alle europaweiten Betriebsabläufe
kombiniert.
Laut Volker
Schmidt, Food Logistics-Manager bei Kraft Fallingbostel, ist die
RF-Scannerlösung ein ausgezeichneter Ausgangspunkt. „Mit
der automatischen Datenerfassung möchten wir nicht nur Fehler
reduzieren, sondern auch unseren Papierverbrauch verringern.“,
erläutert Volker Schmidt. „Die Rationalisierung des
Logistikprozesses für mehr als 250.000 Paletten pro Jahr
ist erst der Anfang.“